Angespielt: Battlefield - Bad Company 2

Nachdem ich mich die letzten Tage ausgiebig mit dem neusten Spross des Battlefield-Frenchise beschäftigt hab, werd ich mal meine Eindrücke zusammenfassen, beginnend mit einem kleinen Rückblick. Immerhin handelt es sich ja schon um den zweiten Teil, was sicher bei dem ein oder anderem die Frage aufkommen lässt, warum er den ersten Teil eigentlich nie gespielt hat. Aber die Lösung ist recht simpel: Battlefield - Bad Company (Teil 1) wurde nie für den PC released, sondern war den Consoleros vorbehalten.

Diesem Erbe hat es BC2 auch zu verdanken, dass es das erste Battlefield, zumindest auf dem PC, ist, welches einen echten Singleplayer-Modus hat. Also nicht nur die Aneinanderreihung der Multiplayer-Karten mit mehr oder weniger dämlichen Bots, sondern eine richtige Kampagne mit Story. Und die ist wirklich gelungen. Jedenfalls was man so auf dem Niveau eines solchen Shooters erwarten kann. Jedoch fand ich die Story spannender, abwechslungsreicher und auch komischer als die von ‘CoD: Modern Warfare 2′. Also man kann sich durchaus freuen.

Ein wirklicher Augenschmaus ist jedoch die Grafik. Sei es im Jungle, der einem Crysis alle Ehre machen würde, wenn man mit einem Jeep durch die Wüste brettert, als sei man wirklich in El Alamein oder beim Häuserkampf irgendwie in einer südamerikanischen Favela (Modern Warfare 2). Überall kann die Engine locker mit den Konkurrenten mithalten und zeigt sich, dank der enorm großen Karten, eines Battlefields würdig.


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Apropos Karten. Natürlich hat BC2 auch einen Multiplayer. Die Karten erinnern dabei von Stil her sehr stark an das was Battlefield 2 als Grundausstattung mitgebracht hat. Also sehr viel städtischer Häuserkampf. Kampftechnisches Großgerät, vom M1A1, BMP über Apache-Helikopter bis hin zu Quads gibt es da zwar durchaus zu steuern, aber so richtige Panzerschlachten mögen nicht aufkommen. Dazu ist der innerstätische Platz dann doch etwas zu klein.
Da wirkt es sich jedoch gleich doppelt gut aus, dass man nun endlich nicht mehr mit seinem 60-Tonnen-Kettenkolos nicht mehr vom nächstbesten Grashalm aufgehalten wird. Selbst Laternen Zäune stellen mehr ein Problem dar. Die werden einfach umgefahren. - Ein Gegner meint, zum Nachladen seiner Panzerfaust, hinter einem Wellblechverschlag sicher zu sein? Falsch gedacht … Und auch den lästigen Snipern geht es an den Kragen, wenn sie auf die Idee kommen, dass man doch oben auf dem Dach eines Hauses recht sicher ist. Falsch gedacht … Und zur Strafe wird er etwas unsanft da runter geholt, indem man mal schnell das ganze Haus unter ihm zusammenstürzen lässt. - Und natürlich stellt eine einfache Steinmauer auch kein wirkliches Hindernis mehr da …

Aber auch diese neu gewonnen Freiheiten bringen nicht viel, wenn man sie nicht taktisch einsetzt. Das hat bei einem echten Battlefield ja noch nie wirklich viel gebracht. Auch diesmal liegt der Fokus sehr auf Team-Taktik und Koordination. BC2 hat deshalb die mit BF2 und BF2124 bereits gut erprobten Squads übernommen. Diesmal können es aber maximal 4 Leute sein, denen der Squadleader ähnlich wie in den anderen beiden genannten Titeln Ziele zuweißt.

Natürlich gibt es auch wieder vier unterschiedliche Klassen und eine Karriere von Nichts über den Private bis zum General. Auch Waffen müssen erst wieder freigespielt werde, was aber etwas differenzierter vonstattengeht als bei BF2/BF2142. Man bekommt nicht bei einer Beförderung automatisch eine Freischaltung nach Wahl, sondern diese Freischaltungen laufen parallel dazu. Wenn ich also als Mechaniker meine Punkte mache, dann kann ich mir irgendwann etwas vom Mechaniker freischalten. Aber auch Panzer fahren bringt etwas, da es auch hierfür spezielle Freischaltungen, wie eine aktive Panzerung gibt. Und natürlich gibt es auch wieder Klassen übergreifende Freischaltungen. Klingt vielleicht im ersten Moment komplizierter als es ist, wenn man es selbst sieht. Am Besten kann man es vielleicht mit den Badges aus 2142 beschreiben, für die man spezielle Sachen machen muss. Das Gleiche ist es jetzt mit den Freischaltungen. Ach, und Badges, Ehrenspangen und Abzeichen, wie in 2142, gibt es natürlich auch. Sogar der Combat Effency Pin und der Distingished Combat Effency Pin haben es, unter anderem Namen, in das Spiel geschafft.

Da sind wir aber auch schon bei den Neuerungen. Natürlich war es storytechnisch nicht möglich, den Titan-Modus von 2142 in die Jetztzeit zu übernehmen. Doch die Entwickler haben sich etwas Neues einfallen lassen. Der neue Spielmodus ist so eine Mischung aus dem ‘Defuse’-Modus von CoD oder CS nur umgekehrt und dem Conquest-Modus von BF und einem “line defense”-Modus. Es wird wohl leichter, wenn ich es einfach mal erkläre. Wie in BF sind die Spieler in zwei Fraktionen aufgeteilt. Die eine Fraktion muss zwei Kommunikationstruhen bewachen, die andere versuchen diese zu erreichen, zu aktivieren und eine gewissen Zeit unter Kontrolle halten, bis die Truhen deaktiviert sind. Dabei können diese Kisten nacheinander angegangen werden. Sind beide Kisten deaktiviert, erweitert sich das Schlachtfeld, aus Verteidigersicht, nach hinten und es gilt erneut zwei Kommunikationstruhen zu deaktivieren. Sprich, das gleiche Spiel geht von vorn los. Allerdings ist jetzt der Anfahrtsweg für die schweren Geschütze der Angreifer länger. Soldaten können jetzt jedoch auch an der eroberten Linie spawnen. Eine Rückeroberung ist nicht möglich. Gleichzeitig haben die Verteidiger mehr Großmaterial zu Verfügung, müssen sich aber unter Umständen erst mal zurückziehen, was nicht immer geordnet funktioniert. Insgesamt gibt es zwischen drei und fünf Kampflinien die es zu erobern oder verteidigen gilt. Fällt die Letzte, ist die Runde für die Verteidiger verloren. Auch ist sie verloren, wenn die Nachschubpunkte einer Seite zuende sind. Es ist schließlich ein Battlefield …

Aber natürlich steht auch der gute, alte Conquest-Modus zur Verfügung. Daneben noch ein Deathmatch und ein Team-Deathmatch.

Aber genug gefaselt. Bilder sagen eh mehr als Worte, zumal wenn sie auch noch bewegt und mit Sound sind … Ein Wort muss ich aber noch zum Sound da lassen. Der ist nämlich auch absoluter Ohrenschmaus. Man merkt das insbesondere, wenn neben einem eine Mörsergranate mit einem satten “Sssssssssuup!!!” einschlägt, man erst mal ein paar Sekunden ein Pfeifen im Ohr hat und alles andere nur noch sehr dumpf klingt. Oder wenn einem die Kugeln regelrecht an den Ohren vorbei zischen. Wirklich sehr stilvoll umgesetzt.

Zusammenfassung: Fett! - Grafik ist super. Vom der Spielhaptik her ist es ein Battlefield (ich fühlte mich sofort heimisch) und ein Singleplayer gibt es oben drauf. Der Multiplayer überzeugt auch, der neue Spielmodus ist interessant. Etwas Schade ist, dass es keine richtige Map für echte Panzerschlachten gibt. Aber EA hat schon angekündigt, dass es da >kostenlos< Nachschub geben wird. Und was noch viel wichtiger ist: Für ein EA-Spiel erstaunlich unverbuggt. Zumal es einen Autoupdater gibt, sodass man sich nicht mehr selbst um Updates kümmern muss. Einzige Sache, die mich momentan noch etwas nervt: Der Serverbrowser zeigt noch keine Pingzeiten an, sodass man nur mit Glück einen Server in seiner Nähe findet. Aber das wird sicher bald gefixt.

Nachtrag: Das beschriebene Problem mit dem Serverbrowser konnte ich inzwischen lösen. Der Fehler tritt nur bei Windows 7 auf und ist recht einfach zu beheben, indem man das Spiel im “als Administrator ausführt”. Zum Glück ist in 7 dafür nur ein einziges Mal eine Checkbox in den Dateieigenschaften der .exe anzuhaken.

Und hier beginnt der Bereich, den die USK als “Ab 18″ einstuft! Also Kinder, ausschalten!


Das Video gibt es auch noch in 720p.


Das Video gibt es auch noch in 720p.


Das Video gibt es auch noch in 720p.

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